Was ist der JMStV und warum ist er für Transfixed relevant?

Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, kurz JMStV, ist ein bundesweit geltender Staatsvertrag, der den Schutz von Minderjährigen vor schädlichen Medieninhalten in Rundfunk und Telemedien regelt. Er trat in seiner aktuellen Fassung nach mehreren Novellierungen zuletzt 2021 in wesentlichen Teilen in Kraft. Plattformen, die explizite Inhalte für Erwachsene bereitstellen, fallen unmittelbar in den Anwendungsbereich dieses Regelwerks. Das betrifft auch Angebote wie Transfixed, die im Rahmen des Adult Time Netzwerks betrieben werden und sich an ein erwachsenes Publikum richten.

Was ist der JMStV und warum ist er für Transfixed relevant?
Was ist der JMStV und warum ist er für Transfixed relevant?

Kernpunkt des JMStV ist der Paragraf 4, der absolut unzulässige Inhalte definiert, sowie Paragraf 5, der entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Explizite Inhalte für Erwachsene fallen typischerweise unter Paragraf 4 Absatz 2, sofern sie nicht hinter einer wirksamen Altersverifikation zugänglich gemacht werden. Die zuständige Aufsichtsbehörde, die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), überwacht die Einhaltung dieser Vorgaben und kann bei Verstößen Bußgelder verhängen oder Sperrungsverfügungen einleiten.

Altersverifikation: Welche Anforderungen gelten konkret?

Eine wirksame Altersverifikation ist das zentrale Instrument des JMStV, um Minderjährige von Inhalten fernzuhalten. Plattformen, die explizite Inhalte anbieten, müssen sicherstellen, dass nur Personen ab 18 Jahren Zugang erhalten. Dabei reicht eine einfache Checkbox oder die Eingabe eines Geburtsdatums nicht aus. Die KJM erkennt nur Verfahren an, die eine zuverlässige Identitätsfeststellung ermöglichen.

Altersverifikation: Welche Anforderungen gelten konkret?
Altersverifikation: Welche Anforderungen gelten konkret?

In der Praxis kommen dabei Methoden wie die Prüfung von Ausweisdokumenten durch Drittanbieter, PostIdent-Verfahren oder zertifizierte Altersverifikationsdienste wie Veriff oder Yoti zum Einsatz. Kreditkartenprüfungen allein gelten laut KJM-Praxis als nicht ausreichend, da Minderjährige theoretisch Zugang zu Kreditkartendaten von Erziehungsberechtigten haben könnten. Für Nutzer in Deutschland bedeutet das: Eine Plattform, die ausschließlich auf Kreditkartendaten zur Altersprüfung setzt, erfüllt die deutschen Anforderungen möglicherweise nicht vollständig. Wer mehr zu den spezifischen Verifikationsprozessen erfahren möchte, findet weiterführende Informationen unter Transfixed Altersverifikation Update.

RTA-Labels und technische Jugendschutzmaßnahmen

Neben der Altersverifikation für eingeloggte Nutzer schreibt der JMStV auch technische Maßnahmen vor, die Filtersoftware das Erkennen jugendgefährdender Seiten erleichtern. Das sogenannte RTA-Label (Restricted to Adults) ist ein Metadaten-Tag, der im HTML-Header einer Website eingefügt wird. Filterprogramme wie NetNanny lesen diesen Tag aus und blockieren entsprechende Inhalte auf Geräten, auf denen Kindersicherungen aktiv sind.

Das Tag hat folgendes Format: <meta name="rating" content="RTA-5042-1996-1400-1577-RTA" />. In einigen europäischen Ländern, darunter Großbritannien, ist die Verwendung solcher Labels bereits gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland ist die Pflicht zur RTA-Kennzeichnung zwar nicht explizit im JMStV verankert, gilt aber als empfohlene Best Practice, um dem Vorwurf unzureichender Jugendschutzmaßnahmen zu begegnen. Seriöse Anbieter im Adult-Bereich setzen diesen Standard konsequent um.

Meine Analyse: Regulierung zwischen den Bundesländern

Im März 2023 habe ich mir vorgenommen, die Rechtslage für Cam-Plattformen in Deutschland systematisch zu durchleuchten, nachdem ich gehäuft Nutzeranfragen zu diesem Thema erhalten hatte. An einem Dienstagvormittag saß ich in der Staatsbibliothek Berlin und arbeitete mich durch rund 47 Seiten Verwaltungsvorschriften verschiedener Landesmedienanstalten. Dabei wurde deutlich, dass die konkrete Umsetzung des JMStV zwischen den Bundesländern teilweise erheblich variiert, besonders was die Anforderungen an Nachweispflichten und Datenschutzrichtlinien betrifft. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien etwa publiziert detailliertere Verfahrenshinweise als manche anderen Landesbehörden.

Was mich bei dieser Analyse am meisten beeindruckt hat, war der Unterschied zwischen Plattformen, die Jugendschutz transparent kommunizieren, und jenen, die in regulatorischen Grauzonen operieren. Transparenz ist kein optionales Extra, sondern ein Indikator dafür, wie ernsthaft ein Anbieter seine rechtlichen Pflichten nimmt. Für Nutzer in Deutschland ist diese Einschätzung praktisch relevant: Plattformen, die ihre Altersverifikationsprozesse und Datenschutzrichtlinien klar dokumentieren, sind deutlich vertrauenswürdiger als solche, die hier ausweichen. Details zur Verifikationspraxis von Transfixed finden sich auf der Seite Transfixed Verifizierung.

Geo-Blocking und Zugangsbeschränkungen für Deutschland

Eine Maßnahme, die Plattformen alternativ zur Altersverifikation oder ergänzend dazu einsetzen, ist das Geo-Blocking. Dabei wird der Zugriff auf Inhalte anhand der IP-Adresse des Nutzers eingeschränkt oder vollständig gesperrt. Für den deutschen Markt kann das bedeuten, dass bestimmte Inhalte oder die gesamte Plattform nicht erreichbar sind, wenn die betreibende Gesellschaft keine JMStV-konforme Altersverifikation implementiert hat.

Die KJM kann bei deutschen Nutzern zugänglichen Plattformen ohne ausreichenden Jugendschutz Sperrungsverfügungen bei deutschen Internetdienstanbietern beantragen. Das Verfahren ist in Paragraf 17 JMStV geregelt und wird von der KJM von Amts wegen eingeleitet, wenn Hinweise auf Verstöße vorliegen. Wer verstehen möchte, welche Konsequenzen ein mögliches Geo-Blocking für den Zugang zu Transfixed in Deutschland haben kann, findet dazu weitere Informationen unter Transfixed Deutschland Geoblock.

Datenschutz und die DSGVO als zweiter Rechtsrahmen

Neben dem JMStV gilt für Nutzer in Deutschland selbstverständlich auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die seit Mai 2018 in Kraft ist. Sie schreibt vor, dass Plattformen personenbezogene Daten, die im Rahmen der Altersverifikation oder Kontoregistrierung erhoben werden, nur zweckgebunden verwenden dürfen. Nutzer haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung und Loschung ihrer Daten.

Im Kontext von Transfixed und Adult Time bedeutet das: Da es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen handelt, muss bei der Datenübertragung in Drittstaaten entweder ein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission vorliegen oder geeignete Garantien nach Artikel 46 DSGVO eingehalten werden. Nutzer sollten die Datenschutzerklarung der Plattform vor der Registrierung sorgfaltig lesen, um zu verstehen, welche Daten zu welchem Zweck gespeichert und ob sie an Dritte weitergegeben werden. Eine intransparente Datenschutzpolitik ist ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte.